
Die gesamte Menschheit fand zeitlich zu 90% in der Steinzeit statt.
Die Welt schien ja lange ganz schön in Ordnung zu sein?!
Die Zivilisation begann mit der Einführung des Ackerbaus und der Viehzucht,
der Mensch wurde sesshaft. Durch Vorratshaltung ergaben sich neue Kapazitäten in Raum und Zeit, neue Technologien entwickelten sich rasend schnell.
Und wohin hat es uns gebracht? Steht die Menschheit kurz vor der Vollkommenheit?
Ne, denn das Chaos, der Instinkt, funkt stetig dazwischen und keiner will es wahrhaben.
5. Todsünde: Gula, Maßlosigkeit
Geld ist ein super Thema. Nichts erklärt eine Sache perfekter als der Begriff „Schein“.
Stellen Sie sich vor, Sie leben im Mittelalter und hegen und pflegen Ihr Feld. Sie stecken Ihre ganze Arbeit, Ihren Schweiß, Ihre Hoffnung hinein. Zur Erntezeit tauschen Sie den Ertrag und aufgrund der investierten Arbeit haben Sie eine ziemlich genaue Vorstellung, wie der GEGENWERT aussehen muss.
1000 Jahre später sitzen Sozialhilfe-Empfänger in Jogginganzügen in Talkshows und beklagen die Dienstleistungen des Staats.
Wie soll ein Mensch, der kleine symbolische bedruckte Papierchen als größtes, wünschenswertestes Gut und Druckmittel erfährt, ohne aber Eigenverantwortung, Ausdauer und Kompetenz zu lernen – damit denn klar kommen?
2. Todsünde: Avaritia, Habgier
Noch vor 60 Jahren glaubten die Menschen, wir würden heute in Raumschiffen herumirren und Kolonien auf Nachbarplaneten haben.
Stattdessen tragen wir kleine stylische Geräte in der Hose, mit denen man im Stau mal eben eine Weinlieferung aus Südafrika verfolgt, die technischen Geräte zu hause kontrolliert oder in einer Singlebörse nach zwanglosen Kontakten sucht.
Vom Faustkeil zum Smartphone war der Weg nicht so weit, wie Sie denken.
Aber kommt unser Bewusstsein, unsere Verantwortungsbereitschaft noch mit?
1.Todsünde: Superbia, Hochmut
Ich liiiebe Kunst.
Von der Höhlenmalerei bis zum Streetart-Künstler Banksy – nichts spiegelt den gegenwärtigen Puls seiner Zeit besser als die creativen äußerungen von Menschen.
Hier war und ist alles erlaubt und es gibt nichts, was es nicht gibt.
Die Kulturgeschichte der Kunst ist sicherlich die vielfältigste und „abgefahrenste“ Reise, die ich Ihnen bieten kann.
6. Todsünde: Invidia, Missgunst

„Religion ist die Ergänzung der sinnlich erfassbaren Welt durch einen gedanklichen Überbau, der den empfundenen oder gedachten Mangel an Welterkenntnis mit Hilfe gedanklicher Konstrukte behebt.“ (Ina Wunn, 2001, Die Evolution der Religionen) Die genialste Definition zum Thema, die ich je jemals las. Sie glauben gar nicht, was ich zu diesem Thema alles zu sagen habe!
Liebe und Glück sind mittlerweile abgegriffene, verkitschte Schlagwörter von Postkarten, unzähligen Lebenshilfebüchern und Hochzeitsreden geworden.
Liebe und Glück sind nur im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit zu entwickeln und zu finden. Leider neigen die Menschen dazu, Liebe und Glück im Äußeren zu suchen und jammern lieber über den Staat, den Lebenspartner, die Kinder, den Arbeitgeber, über die Ungerechtigkeit der Welt auf ihren Schultern.
7. Todsünde: Acedia, Trägheit des Herzens
Kein anderes Thema ist noch immer so sehr instinktgesteuert und steinzeitorientiert wie dieses heikle Ding. Sex war nach meiner Theorie auch in der ältesten Menschheitsentwicklung keine reine Fortpflanzung. Vielmehr noch genauso wie heute eine Möglichkeit der Vertrautheit, Liebe und Entspannung – aber auch Machtausübung, Verletzung und Missbrauch.
Die Kulturgeschichte der Erotik müssen Sie gesehen und gehört haben!
3. Todsünde: Luxuria, Wollust
Sie glauben, „Dschungelcamp“ und Filme wie „SAW“ sind Produkte einer übersättigten Fernsehgeneration? Angst und Schmerz waren in der Kulturgeschichte wichtige Mittel, um Macht auszuüben, Ehrfurcht zu lehren und Gruppen unter Kontrolle zu halten.
Gleichzeitig übte Perversion und Gewalt schon immer eine Faszination auf den Menschen aus. Oder wie erklärt sich das Kolosseum von Rom?
4. Todsünde: Ira, Rachsucht
Laut Wikipedia meint Chaos „einen Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung“.
Als Gegensatz zur Kultur stellt dieser Begriff unsere Instinkte und Emotionen dar.
Chaos –also Stress- entsteht, wenn angepasstes, kultiviertes, geprägtes Verhalten auf unsere Instinkte und Emotionen trifft. Diese haben sich im Laufe der Evolution kaum weiterentwickelt, ganz im krassen Gegensatz zur äußeren Welt.
Und Sie wundern sich noch über Ihre schlecht gelaunten Mitmenschen?
Laut Wikipedia ist Kultur im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.
Als Gegensatz zum Chaos, dem Instinkt, ist es der angepasste, geprägte, eben kultivierte Mensch.